
Edda's Auslandsjahr in Nord Michigan
Classic High School - Michigan
10 Monate USA: Das Leben in einer Gastfamilie, das Besuchen einer amerikanischen High School, die Teilnahme an Sportangeboten und das Kennenlernen der amerikanischen Kultur - all das war mein Traum schon seit ich 8 Jahre alt war und nun kann ich sagen, dass ich all das erleben durfte.
Kurz zu mir: Ich bin Edda nun gerade aus dem Ausland gekommen und habe 2024/25 mein Auslandsjahr in Michigan verbracht. Ich war 16 Jahre alt als es los ging und bin während meines Aufenthalts 17 geworden.
Meine Eltern und ich entschieden uns für HiCo Education, da ich über HiCo ein Teilstipendium erhielt und auch da uns die familiäre Betreuung zusagte. Im April erhielt ich dann meine Gastfamilie und damit, da ich mich ja bewusst gegen jegliche Regioneneahl entschieden hatte, auch mein Placement. Für mich sollte es nach Nord Michigan, in einen durchschnittlichen Ort gehen, zu einer großen und aufgeschlossenen Familie. Warum ich mich gegen eine bestimmte Region entschied? Ganz einfach, ich wollte eine Gastfamilie, die zu mir passt und mich einfach überraschen lassen. Letzten Endes sind es nämlich die Menschen, die dafür sorgen, dass man sich zuhause fühlt und eine gute Zeit hat. Ich wäre sonst wahrscheinlich nie in den Genuss von der tollen Natur in Michigan gekommen.
Ja, und dann ging alles auch schon ziemlich schnell, ein paar FaceTime Calls später war ich dann auch schon da und konnte mich mit meiner Gastfamilie in real life austauschen. Meine Gastfamilie besteht aus den Gasteltern, drei Jungen (9, 12, 13), einer 16 Jährigen Gastschwester und noch zwei Hunden und einer Katze.
Es war unglaublich schön und auch etwas aufregend nun endlich dieses Abenteuer zu beginnen! Was sehr schön und auch für mich etwas überraschend war, war dass ich mich tatsächlich schon am zweiten Tag richtig daheim gefühlt habe, was definitiv nicht selbstverständlich ist. Ich habe mir mit meiner Gastschwester ein Zimmer geteilt und wir wurden auch echt schnell ein gutes Team und durch sie hatte ich auch schon schnell viele Kontakte aufbauen können. Zudem war ich Teil des Cross Country Teams, wodurch ich dann auch schon echt schnell gute Freunde gefunden habe. Mit der Familie habe ich den Jackpot geknackt: Wir hatten viele tolle aktive Tage zusammen und sie konnten mir viel zeigen. Die Gastgeschwister waren immer für fast jeden Spaß zu haben und man ist sehr schnell mit allen sehr eng geworden.
Auch in der Schule lief es gut, zwar ist das Schulsystem etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, jeden Tag die gleichen sechs Stunden, Tag ein Tag aus, aber so konnte man sich auch gut mit Mitschülern anfreunden.
Bei mir sah der Schultag dann ungefähr so aus: 8:00 Uhr Beginn des Unterrichts, jede Stunde war 60 Minuten lang und zwischen den Stunden hatten wir 5 Minuten, um die Klassenräume zu wechseln. Ich hatte Fächer wie Mathe, US-History, Bio, Kunst, Englisch und „Civics & Economics“. Zwischen der dritten und vierten Stunde gab es Lunch. Wir hatten nicht die Zeit, das Schulgelände während des Schultages zu verlassen, aber das war auch okay, da das Essen in der Cafeteria kostenlos war und auch gar nicht so schlecht. Um 15:00 Uhr war der Unterricht fertig und nach der Schule ging es dann zum Training bis 17:00 Uhr oder zu Races, wo wir dann erstmal mit einem gelben amerikanischen Schulbus hingefahren sind und meist auch erst spät zurück gekommen sind. Ich kann wirklich jedem, der ein Auslandsjahr machen möchte, empfehlen, einem Sport Team beizutreten, da dies einfach das Freunde finden enorm erleichtert, Spaß bringt und man so nicht nur neue Sachen für sich entdeckt und ausprobiert, sondern auch den tollen „School Spirit“ und Support an eigener Haut mit erleben kann.
Die Feiertage waren auch ein Highlight: Ich habe neue Traditionen kennengelernt und meiner Gastfamilie eigene Traditionen nährgebracht. Hierbei lässt sich auch noch erwähnen, dass ich natürlich auch gelegentlich mit meiner Familie daheim gesprochen habe, aber auch wesentlich weniger als erwartet, Heimweh ist auch nicht aufgetreten, da ich mich auch einfach sehr wohl gefühlt habe und so musste ich manchmal eher erinnert werden meine Familie zu Hause zu updaten.
Der Winter in Michigan war einfach nur wie im Märchen, wir hatten so viel Schnee, dass wir teilweise schulfrei hatten und Iglus gebaut haben. Wir sind zudem noch gesnowboardet und konnten auf gefrorenen Seen laufen.
Die Zeit ist auch einfach gerast und so kann es dann auch schon wahnsinnig schnell zum „Spring Break“ wo es für uns in den warmen Westen nämlich nach Utah und nach Nevada ging. Wir waren im Zion National Park, Bryce Canyon, weiteren State Parks und Las Vegas. Das war alles andere als selbstverständlich und auch eher eine Überraschung die es zu Weihnachten gab.
In der Frühlings Season war ich dann Teil des Track and Field Teams und durfte für unsere Schule laufen. Die Track Season mit dem ganzen Team, den Coaches und natürlich auch dem Sport an sich war einfach nur toll und auch sehr erfolgreich, sodass es dann sogar etwas unerwartet für mich und mein Staffelteam zum „Michigan State Final“ ging, wo wir mit den besten Athleten aus ganz Michigan laufen durften. Eine ganz große Ehre und ein wahnsinniges Erlebnis!
Eine andere Sache, die ich während meines Auslandsjahres ausprobiert habe, war das Tanzen, dazu hatte meine Gastschwester mich gebracht und so kam es dann schließlich auch tatsächlich dazu, das ich mit bei den Tanzaufführungen mit dabei sein durfte und auch richtig im Ballettauftritt mit tanzen konnte.
Gerade am Ende wurde dann natürlich noch so viel Zeit wie möglich mit den Freunden und der Familie verbracht und der frühe Sommer wurde ordentlich ausgenutzt mit viel Baden, gemeinsamen Läufen, Shopping und Strandtagen.
Der Abschied war definitiv das Schwerste an diesem Jahr, aber ich bin sicher - ich werde wieder kommen und es sind vielleicht auch schon Pläne in Arbeit, dass ich von meiner Gastfamilie und anderen Freunden mal besucht werde.
Ich kann abschließend wirklich nur sagen: Wenn ihr Bock habt, eure Komfortzone zu verlassen, über euch hinauswachsen- und tolle Erfahrungen sammeln wollt, nette Menschen kennenlernen- und mehr von der Welt sehen wollt, traut euch und macht ein Auslandsjahr! Dieses Jahr zu machen war die beste Entscheidung meines Lebens! Ich wünsche allen zukünftigen Austauschschülern ein tolles und spannendes Abenteuer und viel Spaß beim Erinnerungen machen, die ein Leben lag bleiben werden.
Viele Grüße Edda (: